Oktober 2015 - Anfassen erlaubt

16. Oktober 2015

Zeutschel bietet 3D-Erlebnis für Bücher und Objekte

„Mit dem ZED 10 3D Foyer bieten wir dem Benutzer eine einzigartige Erfahrung mit kostbaren Kulturgütern und schützen diese gleichzeitig. Das gilt nicht nur für wertvolle Bücher, sondern auch für besondere Objekte“, erläutert Michael Luetgen, Vertriebsleiter Software bei Zeutschel.

Das Reichenauer Evangeliar – entstanden Anfang des 11. Jahrhunderts im Kloster Reichenau – gilt als herausragendes Zeugnis mittelalterlicher Kunstfertigkeit. Der zeitgenössische Bucheinband ist vergoldet und mit Edelsteinen bestückt, zahlreiche Verzierungen und Illustrationen schmücken den Innenteil des Buches. Heute wird die Handschrift sicher und luftdicht verpackt in einem Tresor der Bayerischen Staatsbibliothek aufbewahrt.

Nur wenigen war es bisher vergönnt, einen Blick auf das prachtvolle Werk zu bekommen – geschweige denn, den Inhalt zu erkunden. Das ändert sich jetzt – mit dem neuen ZED 10 3D Foyer von Zeutschel.

Eine Geste genügt
Dabei steht der Betrachter – mit einer 3D-Brille ausgestattet - etwa zwei Meter vor einem handelsüblichen 3D-Fernsehgerät. Die Bewegungen der Hände und Finger werden von einer Kamera erfasst und von der Software als Gesten bzw. Eingabebefehle interpretiert. So kann der Betrachter mit einfachen Handbewegungen das Buch rotieren lassen, mit einem Fingerzeig auf die Buchecke die Seiten umblättern oder einzelne Illustrationen und den Einband heranzoomen.

Das System besteht aus einem einfach zu bedienenden Buch Editor, einer 3D-Präsentationssoftware und einem Interaktionssystem für die Gestensteuerung.

3D-Bücher aus 2D-Scans
Der Buch Editor erzeugt aus 2D-Scans unkompliziert 3D-Bücher. Dabei kommt ein generisches Buchmodell – eine Art leeres Software-Buch mit Buchdeckel, Rücken und den einzelnen Seiten - zum Einsatz. In dieses Buchmodell können die Bibliotheksmitarbeiter dann die Scans einfließen lassen und so zu einem realitätsgetreuen, dreidimensionalen Gesamtbuch zusammenstellen.

Der Objekt Editor dient der Einbindung von Objekten in die Präsentationsoberfläche. Dies setzt jedoch das Vorhandensein von 3D-Scans voraus.

Weitere Systeme in Planung
Zielgruppen des Zeutschel 3D-Präsentationssystems sind Bibliotheken, Museen und Archive. Die Software lässt sich aber auch in der Industrie für Produktpräsentationen einsetzen.

Das Zeutschel ZED 10 3D Foyer ist ab sofort erhältlich. In Planung ist ein 3D Kiosk, das als Komplettlösung für die 3D-Präsentation konzipiert ist. Es besitzt eine permanente 3D-Anzeige und kann somit auch ohne spezielle 3D-Brille genutzt werden.

Der 3D-Betrachter von Zeutschel basiert auf einem gemeinsamen Projekt der Bayerischen Staatsbibliothek mit dem Fraunhofer Heinrich Hertz-Institut im Jahr 2009, das erstmals digitale Bücher in 3D auf gestengesteuerten Großmonitoren präsentierte. Seitdem sind die virtuellen, interaktiven Exponate Bestandteil jeder Ausstellung der Bayerischen Staatsbibliothek.

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