November 2015 - Utrecht Psalter zu neuem Leben erweckt

3D-Buchpräsentation

Mit Hilfe des Zeutschel ZED 10 3D Foyer lassen sich die wertvollen Bücher, Handschriften und Karten der Bibliothek virtuell in allen Details betrachten. Eingesetzt wurde das 3D-Präsentationssystem erstmals beim Utrecht Psalter. Die religiöse Handschrift aus dem 09. Jahrhundert gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe (Memory of the World Register).

Gegründet 1584, ist die Universitätsbibliothek Utrecht noch relativ jung, besitzt aber eine besondere Dokumenten-Sammlung. Teil dieser ‚Special Collection’ ist der Utrecht Psalter, der Stolz der Universitätsbibliothek. Die religiöse Handschrift entstand zwischen 820 und 830 zur Zeit der Karolinger im Benediktinerkloster Hautvillers nahe der nordfranzösischen Stadt Reims. Über England kam der Psalter 1716 als Schenkung in den Besitz der Universitätsbibliothek Utrecht.

Die große Bedeutung des Werkes resultiert aus der Anreicherung von Textstellen mit über 150 Tuschezeichnungen. Kennzeichnend ist die Lebendigkeit der Darstellungen, eine schwebende Leichtigkeit der Personen, in Verbindung mit einer effektvollen Gebärdensprache.

Aus der Schatzkammer geholt
„Der Utrecht Psalter ist ein Meisterwerk der karolingischen Buchkunst. Bisher war die Handschrift nur einem kleinen Personenkreis zugänglich und wurde in der Vergangenheit nur ca. alle 10 Jahre im Rahmen spezieller Anlässe der Öffentlichkeit gezeigt“, erklärt Dr. Martine Pronk, Leitern der Abteilung Public Services – Information und Marketing in der Universitätsbibliothek Utrecht und fährt fort: „Wir verstehen uns jedoch nicht nur als Aufbewahrungsort von Büchern, sondern auch als Treffpunkt für die Wissensvermittlung und den Informationsaustausch. Wir wollen das bei uns beherbergte kulturelle Erbe für alle erlebbar machen“.

Mit dem letztes Jahr vorgestellten ZED 10 3D Foyer lässt sich dieser Anspruch jetzt in die Wirklichkeit umsetzen. Beim Zeutschel 3D-Präsentationssystem steht der Betrachter – mit 3D-Brille ausgestattet - etwa zwei Meter vor einem handelsüblichen 3D-Fernsehgerät. Per Gestensteuerung lassen sich die virtuellen Objekte nutzen. So kann der Betrachter mit einfachen Handbewegungen das Buch rotieren lassen, mit einem Fingerzeig auf die Buchecke die Seiten umblättern oder einzelne Illustrationen und den Einband heranzoomen.

„Die Aufnahme des Utrecht Psalter in das ‚UNESCO Memory of the World Register’ im Oktober 2015 war für die Bibliotheksverantwortlichen der Anlass, neue Wege in der Präsentation der kulturellen Bibliotheksschätze zu gehen“, erläutert Dr. Martine Pronk.

Mit jeder Betrachtung Neues entdecken
Zweimal wurde bisher der Utrecht Psalter in 3D vorgestellt. Das erste Mal im Rahmen der Feierlichkeiten zur Aufnahme der Handschrift in das Weltdokumentenerbe. Und das zweite Mal beim regelmäßig stattfindenden Alumni-Treffen der ehemals Studierenden der Universität Utrecht.
Die Präsentationen fanden im Museum Catharijnecovent statt, eine beeindruckende mittelalterliche Klosteranlage, die eine umfangreiche Sammlung der niederländischen Kultur-Geschichte vom Mittelalter bis in die Neuzeit beherbergt.

Marco Mastert, Professor für mittelalterliche Schriftkultur an der Universität Utrecht, demonstrierte am ZED 10 3D Foyer ‚live’ die Besonderheiten des Psalter. 25 bis 30 interessierte Teilnehmer bekamen einen detaillierten Einblick in die dynamischen und skizzenhaften Zeichnungen, die für die damalige Zeit eine große Innovation darstellten und einen Trend setzten. So findet sich der Stil der Handschriften später in Frankreich und England in mehreren Werken wieder.
„Was den Utrecht Psalter so besonders macht, ist die Tatsache, dass man bei jeder Betrachtung neue Dinge entdeckt. Genau das können wir mit dem ZED 10 3D Foyer jetzt einer breiteren Öffentlichkeit bieten und dabei gleichzeitig das Werk schützen“, betont Dr. Martine Pronk.

Das Zeutschel 3D-Präsentationssystem soll in Zukunft auch für weitere Werke aus dem Fundus der Bibliothek eingesetzt werden. „Wir haben so viele Kulturschätze, die bisher für die Öffentlichkeit verborgen blieben. Das können wir mit dem ZED 10 3D Foyer ändern“, resümiert Dr. Martine Pronk.

*****


Das ZED 10 3D Foyer
Das Zeutschel ZED 10 3D Foyer macht es möglich, mit Gesten virtuell Objekte zu drehen, Details zu vergrößern oder in Büchern zu blättern. Die Software wandelt 2D-Scans in ein dreidimensionales Buch um. Ebenfalls lassen sich 3D-Scans von Skulpturen oder anderen Objekten mit der Software präsentieren. Zielgruppen des Zeutschel 3D-Präsentationssystems sind Bibliotheken, Museen und Archive. Die Software lässt sich aber auch in der Industrie für Produktpräsentationen einsetzen. Das ZED 10 3D Foyer ist ab sofort erhältlich. In Planung ist ein 3D Kiosk, das als Komplettlösung für die 3D-Präsentation konzipiert ist. Es besitzt eine permanente 3D-Anzeige und kann somit auch ohne spezielle 3D-Brille genutzt werden.

zum Produktvideo

« zurück