Anwenderbericht

Schattdecor AG: Aufsichtscanner eröffnet Digitalisierungspotenziale

Freigabeplatten, Dekorvorschläge und Muster sind bei der Schattdecor AG ein zentraler Bestandteil der Vertriebs- und Produktionsabläufe. Sind diese an allen Standorten digital verfügbar, spart das Archivierungskosten, vereinfacht Tätigkeiten und fördert den schnellen Austausch. Schattdecor nutzt für diese Aufgabe Aufsichtscanner, die üblicherweise in Bibliotheken und Archiven für die Kulturgutdigitalisierung eingesetzt werden. Kann das funktionieren?

Die in Thansau nahe Rosenheim beheimatete Schattdecor AG ist Weltmarktführer von bedrucktem Dekorpapier, imprägnierten Oberflächen und Finishfolien für die Holzwerkstoff- und Möbelindustrie. Die hochwertigen Oberflächendekore finden sich auf Möbeln, Fußböden oder in der Innenausstattung von Caravans.

Freigabeplatten verursachen Archivierungskosten und Medienbrüche

Vor der Produktion wird das bedruckte Dekorpapier auf eine Trägerplatte gepresst. Die Freigabeplatte imitiert die Weiterverarbeitung des Dekorpapiers beim Kunden und ermöglicht somit auch ein korrektes, optisches Urteil.

Neben der klassisch optischen Beurteilung der Freigabeplatten in einer Lichtbox, werden die farbmetrischen Werte zusätzlich in einem Certified Quality Approval Device (CQAD) nach DIN EN 14323 gemessen und digital gespeichert.

Bisher wurden alle Produktionsfreigaben physisch im Lager archiviert.

„Der bisherige Arbeitsablauf führte zu einem großen Platzbedarf im Lager mit den entsprechenden Archivierungskosten. Zusätzlich entstand im Produktionsablauf ein Medienbruch, den wir beseitigen wollten“, berichtet Martin Kronast, Projektingenieur bei der Schattdecor AG.

Kameras überzeugen bei der Digitalisierung nicht

Der erste Lösungsansatz bestand darin, die Bildaufnahme mit einer Digitalkamera durchzuführen. Dabei wurden mehrere Kamera-Modelle und Beleuchtungen getestet, aber ohne Erfolg. „Die Freigabeplatten sind teilweise gewölbt. Hinzu kommen dunkle Oberflächen und Drucke mit Sonderfarben wie Perlmutt. All dies kann zu Reflexionen bei der Bildaufnahme führen. Genau dies ist bei unseren Tests aufgetreten“, erläutert Martin Kronast.

Bei der Suche nach Alternativen stieß das Projektteam auf die Firma Zeutschel, Weltmarktführer bei Aufsichtscannern. Bei diesen Geräten erfolgt der Scan von oben. Die Vorlagen bleiben dafür aufgeschlagen auf dem Scannertisch liegen. Die spezielle Scanner-Beleuchtung erfüllt die Norm D65 für Tageslicht und vermeidet Reflexionen bei schwierigen Vorlagen. Aufsichtscanner sind deshalb erste Wahl in Bibliotheken und Archiven. Sie digitalisieren dort historische Bücher und andere wertvolle Dokumente schonend in sehr hoher Qualität.

Aufsichtscanner die beste Lösung

Doch Einsatzgebiete gibt es nicht nur im Kulturumfeld, sondern auch für industrielle Anwendungen, wie Martin Kronast und sein Team schnell feststellten: „Die zweimonatige Teststellung des Modells 12002 Advanced in unserer Hauptniederlassung in Thansau bestätigte unsere hohen Erwartungen.“

Überzeugen konnten die hohe Qualität der digitalen Images, aber auch das unkomplizierte effiziente Handling. „Die Dicken der Freigabeplatten sind teils unterschiedlich. Die automatisch arbeitenden Buchwippen erweisen sich hierbei als praktisches Feature.“

Wichtig war Martin Kronast zudem das weltweite Händler-Netzwerk von Zeutschel, das eine gleichbleibend hohe Service- & Support-Qualität über Ländergrenzen hinweg bieten kann.

Nach der Aufnahme des Produktionsbetriebs in Thansau erfolgte die schrittweise Installation in weiteren europäischen und außereuropäischen Ländern. Insgesamt  digitalisieren aktuell weltweit neun Aufsichtscanner des Modells OS 12002 Advanced die Laborfreigaben.

Arbeitsabläufe beschleunigt, Kosten eingespart

Das Einscannen der Freigabeplatten erfolgt täglich. Das dabei anfallende Volumen lässt sich mit dem Aufsichtscanner OS 12002 Advanced sehr gut bewältigen, wozu auch die einfache Bedienung des Scanners und die Capture-Software OmniScan beitragen.

Die digitalen Images sind in einer Datenbank gespeichert. Diese ist an das konzernweite SAP-System angebunden, sodass jeder Standort auf die Images zugreifen kann.

Zusätzlich stehen die digitalen Images per Klick auch der Produktion zur Verfügung. Dies erweist sich in der Praxis als großer Vorteil. Denn bei Folgeaufträgen kann der Schichtmeister das elektronische Bild der Freigabeplatte per Schnellzugriff betrachten, ohne die Muster zeitaufwändig aus dem Archiv zu holen. Dadurch beschleunigt sich der gesamte Workflow.

Hinzu kommen erhebliche Kosteneinsparungen: „Dank der Digitalisierung entfallen ein Großteil der bisherigen Lagerplätze und Neubaumaßnahmen in den Standorten sind jetzt nicht mehr nötig“, so Martin Kronast.

Synergieeffekte genutzt

Schnell wurde dem Projektingenieur und seinem Team deutlich, dass das Digitalisierungsprojekt wichtige Synergieeffekte mit sich bringt: „Neben den Freigabeplatten scannen wir jetzt auch die Laborfreigaben, die Dekorvorschläge und die Muster ein.“

Die Laborfreigaben basieren auf Dekor-Lösungen, die zum ersten Mal und in kleiner Menge gedruckt und verpresst werden. Ist der Kunde hinsichtlich Optik und Farbgebung zufrieden, wird das Dekor neu in das Produktportfolio aufgenommen. Das finale Verpressungsmuster wird dann als „Laborfreigabe“ eingescannt und digital archiviert.

Muster sind Dekore, die der Kunde zu Anschauungszwecken erhält. Sie sind als Rollenware oder auf einer Trägerplatte verpresst verfügbar. Letztere gelangen ebenfalls in den Digitalisierungsworkflow.

Design, Vertrieb und Entwicklung erarbeiten in enger Abstimmung regelmäßig neue Dekorvorschläge. Diese werden durch das Labor erstmalig ausgedruckt und verpresst. Die Scans der Dekorvorschläge lassen sich dann einfach und schnell innerhalb der weltweiten Schattdecor-Gruppe teilen und bewerten.

Einsatz von Aufsichtscannern bei Lackierungsmustern geplant

„Dank der Zeutschel Scanner konnten wir die Digitalisierung in einem wichtigen Unternehmensbereich vorantreiben. Zudem eröffnen sich für uns weitere Digitalisierungspotenziale.“

Damit meint Martin Kronast die Lackier- und Imprägnierungsstandorte der Schattdecor-Gruppe. Bei der Lackierung entstehen ähnliche Muster wie beim Dekor-Druck. Aktuell werden diese Muster noch physisch archiviert, an eine Digitalisierung der Muster ist jedoch schon gedacht, wie Martin Kronast bestätigt: „Unser Standort in Polen fährt bereits erste Tests, die sehr vielversprechend sind.“

Schattdecor AG

Schattdecor wurde 1985 gegründet und firmiert aktuell als Schattdecor AG. Das Unternehmen entwickelt für seine Kunden aus der Holzwerkstoff- und Möbelindustrie hochwertige Oberflächendekore. Das Firmen-Know-how ist auf der ganzen Welt verbreitet: Es steckt zum Beispiel in dem Oberflächen-Finish eines Regals, dem eines Fußbodens oder in der Innenausstattung eines Caravans. Die Dekore der Schattdecor AG befinden sich in Flughäfen, Shops und Freizeit-Locations, in Büros, Wohnungen und im öffentlichen Raum. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 27 Nationen an 17 Standorten. Der Firmenstammsitz liegt in Thansau, in der Nähe Rosenheims. 2021 erwirtschaftete die Schattdecor AG einen Umsatzrekord von 850 Millionen Euro.

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